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19.06.2017

Warum ich gegen die Abschaffung von Bargeld bin - Teil 1: Waren-Handel

Immer wieder wird von der Politik die Abschaffung von Bargeld diskutiert. Doch es gibt gute Gründe dagegen.
Immer wieder wird in der Politik die Abschaffung von Bargeld bzw. die Begrenzung von Bargeld-Summen ab 5.000 Euro diskutiert.

Wirtschaft und Medien greifen dieses Thema gerne auf und bringen in Berichten und Sendungen gerne Beispiele gegen diese Pläne.

Dabei wurden u. a. die Auto-Branche, Juweliere und ähnliche Bereiche erwähnt.
Doch auch auf kleinere Händler und Unternehmen wie mich hätte das große Auswirkungen.

Warum ich selbst gegen die Abschaffung von Bargeld oder eine Begrenzung bin, erzähle ich euch in diesem und den kommenden Beiträgen.

Die Abschaffung von Bargeld hätte in vielfältiger Form Auswirkungen auf die Wirtschaft, selbst beim Waren-Handel von Einzelhändlern.

Auch ich bin als Händler und Unternehmer immer wieder auf die Verwendung von Bargeld angewiesen.
Das betrifft bei mir nicht nur die Einnahmen, sondern auch Käufe und Investitionen.

Beim Verkauf von Hard- & Software und anderer Elektronik sind viele Einzelhändler auf Bargeld angewiesen.

Verkauf von Waren - z. B. Hard- & Software

Als Händler verkaufe ich zahlreiche Waren wie PCs, Laptops, TV-Geräte, Smartphones, Tablets und andere Dinge mehr.
Natürlich auch Hard- & Software, die unter 50,- € liegen kann.

Aber eben auch Produkte, die zwischen 500,- € und 1.000,- € liegen können.
Und ich habe in den inzwischen mehr als 10 Jahren meiner Tätigkeit schon einige Erfahrungen gemacht.

Bei der Bezahlung durch Überweisung oder Lastschrift kann es schnell zu Verzögerungen kommen.

Nicht alle Kunden zahlen pünktlich

Leider gehört da auch die Erfahrung dazu, dass manche Kunden ihre Rechnungen nicht so pünktlich bezahlen, wie sie es tun sollten.

Bei einigen Personen habe ich bis heute kein Geld erhalten oder es ging langwierig und mit Kosten verbunden über Inkasso-Unternehmen oder Gerichtsvollzieher.

Durch die Bezahlung von Waren direkt bei Übergabe ist man als Einzelhändler auf der sicheren Seite.

Bezahlung von Waren direkt bei Übergabe

Aus diesem Grund lasse ich mir i. d. R., vor allem wenn die Personen nicht schon seit Jahren bei mir Stammkunde sind, Hard- & Software generell bei Abholung bei mir bzw. Übergabe beim Kunden vor Ort bar bezahlen.

Das ist nicht anders, als wenn man bei einem Elektro Discounter mit vielen Filialen bezahlt. Auch dort kauft man in der Regel die Waren und bezahlt sie vor Ort.

Für Einzelhändler mit geringen Stückzahlen kann es Lager auf Dauer teuer sein. Deshalb bestellen viele Händler Produkte erst nach einer Bestellung vom Kunden.

Waren nur teilweise "auf Lager"

Die Waren, die ich verkaufe - besonders ab einem bestimmten Warenwert - habe ich (auch wegen des Preisverfalls, teilweise schon nach wenigen Wochen) i. d. R. nicht vorrätig, sondern kaufe sie direkt nach Kunden-Bestellung beim Händler.

Da ich diese meist per Nachnahme bezahle, wird diese Lieferung von mir ebenso bar bezahlt. Dies hat sich schon seit Jahren bewährt.

Anhand dieses Beispiels könnt ihr sehen, warum die Abschaffung von Bargeld für viele Einzelhändler zum Problem werden könnte.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Bestellt nun ein Kunde einen Multimedia PC mit größerem Monitor, dazu noch einen Drucker mit Scanner sowie als Software eine Schutz-Software gegen Schädlinge und eine Microsoft Office Lizenz können da rund 1.000,- € zusammenkommen.

Ich bekomme die Ware am nächsten Morgen geliefert und bezahle es per Nachnahme bar.
Ich gehe damit indirekt in Vorleistung.

Der Kunde holt es am Nachmittag bei mir und bezahlt es wiederum auch bar. Ich habe das Geld somit am gleichen Tag wieder und kann es für weitere Käufe nutzen, falls etwa am nächsten Tag ein anderer Kunde eine größere Bestellung tätigt, die dann am übernächsten Tag zu bezahlen wäre.

Eine normale Überweisung kann bis zu 4 Werktage dauern und sich durch Wochenende und Feiertage zusätzlich verzögern.

Bezahlung von Waren per Lastschrift oder Überweisung

Würde nun diese Ware nicht bar, sondern per Bankeinzug oder Überweisung bezahlt, würde es – selbst wenn der Kunde sofort bezahlen würde – noch einige Tage dauern, bis das Geld da wäre.

Denn trotz IBAN und BIC dauert es je nach Bank teilweise bis zu 4 Werktage, bis das Geld auf meinem Konto ist.

Technischer Hintergrund

Je nach Uhrzeit des Überweisungsauftrags vom Kunden geht es erst am nächsten Tag in die Verarbeitung, wird dann an meine Bank weitergeleitet, die es u. U. erst am nächsten Tag bei mir gut schreibt.

Liegt noch ein Wochenende dazwischen, kann es sein, dass die Überweisung vom Donnerstag erst die Woche drauf montags bei mir ist. Das habe ich schon einige Male so erlebt.


Bargeldlose Bezahlung per EC-Karte macht zwar einiges einfacher, kann Geldeingänge aber zusätzlich verzögern.

Nutzung von EC-Karten-Diensten

Bei der Bezahlung über Dienste mit EC-Karte kann es - je nach Vertragsbestandteilen - sogar sein, dass die getätigten Umsätze nur zum 15. oder 30. oder bei größeren / regelmäßigen Kartenzahlungen alle 5 Tage verarbeitet werden.

Fazit: Die Abschaffung von Bargeld hätte Auswirkungen auf viele Bereiche. Unter anderem wäre keine Nachnahme mehr möglich.

Fazit:

Selbst wenn ein Kunde seine Ware pünktlich - und damit ohne weitere Verzögerung - per Überweisung oder Lastschrift bezahlen würde, kann es mitunter bis zu einer Woche dauern, bis das Geld auf dem Konto gut geschrieben wäre.

Das würde wiederholte Bestellungen von Waren - ohne Bargeld - teilweise sehr erschweren.

Auch meine bisherige Praxis, dass ich zahlreiche Waren bei Lieferung per Nachnahme bezahle, wäre ohne Bargeld nicht mehr möglich.

Im nächsten Beitrag zeige ich euch, welche Auswirkungen weitere Verzögerungen bei der Bezahlung haben können.

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